Kommentar: Die Bundestagswahl liegt hinter uns – über die Sinnlosigkeit des Geschlechts als reiner Sprechakt in der Politik und die Qual der Wahl für uns Frauen

Die Bundestagswahl ist vorbei, die Abgeordneten sind gewählt. Von 735 Abgeordneten sind 253 Frauen, das entspricht 34,4 %. Zwei weitere Sitze, die offiziell als von einer Frau besetzt gelten, werden von männlichen Personen belegt. Der Frauenanteil ist also noch geringer als ohnehin schon.

Zunächst eine Einordnung in jetzige Verhältnisse: In seinem Kommentar in der FAZ am 24.09.2021 („Ich bin dann mal Frau„) geht Thomas Thiel auf die Konsequenzen der grünen Forderung ein, das Geschlecht vom Körper zu trennen. Das Grünen-Mitglied David Allison sorgte im Kreisverband Reutlingen für nur milde Verwirrung, als er plötzlich mitten in der Vorstandssitzung aufstand und als Frau für einen weiblichen Listenplatz kandidieren wollte. Der Vorstand ließ Allison nach zaghaftem Nachfragen noch vor Ort „als Frau“ zur Wahl zu, er wurde aber nicht gewählt; dieser Teil wurde später allerdings nicht im Protokoll vermerkt. Allison trat „als Frau“ an, um auf die Willkürlichkeit des „Geschlechtswechsels per Sprechakt“ hinzuweisen. Ihm wurde, nachdem sein Fall in die Medien kam, gekündigt (wie u. a. die Emma berichtete).

Die Sinnlosigkeit des Unterfangens „Geschlechtswechsel per Sprechakt“, so Thomas Thiel, zeige sich auch im Umgang der Grünen mit Markus Ganserer. Er hat sich, als Frau identifiziert, einen Frauenlistenplatz und damit einen Sitz im Bundestag geangelt. Ganserer ist nie den Weg der Personenstandsänderung durch das Transsexuellengesetz gegangen (männlich hin zu weiblich). Deswegen musste er sich auch als Mann unter seinem Männernamen für die Bundestagswahl aufstellen lassen. Das entschied der bayerische Landeswahlausschuss. Das besonders sinnlose daran ist nun, dass Ganserer vom Bundeswahlleiter in vorauseilendem Gehorsam als Frau aufgeführt wird. Sein Abgeordnetenausweis führt nämlich im Gegensatz zu seinem Personalausweis laut BR den selbst gewählten aber amtlich nicht bestätigten Namen Tessa. Es sind also nicht nur die Grünen, die an der Geschlechtergerechtigkeit sägen. Auch der Bundestag muss und sollte sich rechtfertigen.

Die zweite Person, die als „Frau identifiziert“ im Bundestag queere Politik vorantreiben darf, ist Nyke Slawik. Slawik macht sich mit Unterstützung von Queergrün für eine voranschreitende Liberalisierung der Prostitution stark. Prostitution, die von privilegierten Menschen – meist männlich, reich und weiß – als ein feministischer Akt beschrieben wird und die wie wir wissen, voller Machtmissbrauch, Menschenhandel und Frauenverachtung ist. Ja – Frauenverachtung. 

Frauen bleiben angesichts dieser Verhältnisse drei Wege:
  • Sie könnten die absolute Dreistigkeit und unverhohlene Verachtung ignorieren, um ihre Contenance und Leichtigkeit des Seins in unserer von Konsum geleiteten Welt zu bewahren. Die Frauen, die sich für diesen einfachen Weg entscheiden, wird diese identitäre Bewegung zuletzt treffen, immer vorausgesetzt sie bleiben still und kritisieren nichts. Sie verweilen meist in angenehmen (Angestellten-)Tätigkeiten, in denen sie eine wirkliche Auseinandersetzung ebendiese kosten könnte.
  • Frauen können es aber auch zulassen, die sich ausbreitende Frauenverachtung wahrzunehmen, in all ihren Facetten und Konsequenzen und dann entweder zu resignieren.
  • Oder – was weitaus mehr Kraft kostet, allerdings auch die Selbstachtung am Leben erhält – sie können reagieren und sich gegen die Degradierung zu einem „Gefühl“, einer „Identität“, wehren. In den der Einzelnen jeweils möglichen Spielräumen.

Es bleibt abzuwarten, für welchen Weg sich die Frauen, die die Augen nicht verschliessen können, entscheiden. Eine kritische Masse ist schon bei etwa 10 Prozent erreicht. So nennt man eine Gruppe von Menschen, durch die sich ein Verhalten und Denken gesellschaftlich durchsetzen kann. In diesem Fall ist das besonders wahrscheinlich, weil die große Masse der Menschen ganz genau über den Unterschied der Geschlechter Bescheid weiß. So kann trotz der vorhandenen Cancel Culture und des kulturellen Einflusses der Genderkonzeptionisten auf Medien, Politik und Wissenschaft unser Verhalten den entscheidenden Unterschied ausmachen. Nur, dass es die anderen schon tun werden, darauf können und sollten wir uns nicht verlassen.

In diesen Tagen könnte das zum Beispiel eine schriftliche Beschwerde an den Wahlprüfungsausschuss bis zum 26. November 2021 sein:
https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2021/kw39-wahlpruefungsausschuss-859646